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Das Orthopädiezentrum Arabellapark München, Dr. med. Christian Kinast, Prof. Dr. med. Johannes Hamel und Kollegen wurde am 13.04.2010 nach ISO 9001:2008 für organisatorische Abläufe zertifiziert.
D.A.F.-Jahrestagung Augsburg 2005

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Ansprache des Kongresspräsidenten Prof. Dr. med. Johannes Hamel


Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Manfred Thomas,

ich möchte Sie ebenfalls hier in Augsburg zu unserer 11. Jahrestagung ganz herzlich begrüßen. Stellvertretend für viele herausragende Vertreter der Fußchirurgie nenne ich den Präsidenten des Weltverbandes der orthopädischen Fußchirurgie, Professor Michael Coughlin, den Präsidenten unseres europäischen Fachverbandes und langjährigen D.A.F.-Präsidenten, Professor Heino Küster, unseren amtierenden Präsidenten, Dr. Daniel Frank sowie meine Kollegen aus dem Vorstand. -
Wir alle brauchen Visionen und leben davon. – Ich möchte Ihnen drei mit diesem Kongress in engem Zusammenhang stehende Visionen oder spezifische Charakteristika umreißen, die vielleicht diese Tagung im besonderen ausmachen:

1. Zunächst zum wissenschaftlichen Programm: Wir werden heute abend Gelegenheit haben, Marionetten aus der Nähe zu betrachten, wie könnte es in Augsburg anders sein. Heinrich von Kleist hat über das Wesen des Marionettentheaters nachgedacht und beobachtet, dass die besondere Anmut und bewundernswerte Natürlichkeit der Marionette daraus erwächst, dass sie sich immer nur aus ihrem eigenen Schwerpunkt heraus bewegen und handeln kann, dass in ihr die Kräfte in jedem Moment ideal balanciert sind, so daß jeder menschliche Tänzer hiervon lernen kann.
Es fällt nicht schwer, die Analogie zum Objekt unserer gemeinsamen Begierde herzustellen, unserem praktischen Umgang mit dem Fuß: Als Motto des Kongresses könnte man nennen, was in englisch „the balanced foot“ heißt, den „balancierten Fuß“. Es geht uns nicht nur um den geraden Fuß, auch nicht um den schönen Fuß, sondern in unserem Streben nach optimaler Funktion geht es um die Beseitigung aller „Dysbalancen“ und die Zentrierung aller Kräfte auf diesen inneren Schwerpunkt. Lassen Sie mich zur Erläuterung unsere diesjährigen Hauptthemen erwähnen:
Am besten kommt es in der Kinder- und Neuroorthopädie zum Ausdruck: Was anders ist ein schwerer Cavovarus-Fuß neben seiner Deformierung als eine massive neuromotorische Dysbalance. – Was hilft uns alle OSG-Endoprothetik, wenn die Verteilung der Kräfte um das Kunstgelenk nicht optimal ist. – Oder: Werden wir komplexe Vorfuß-Deformitäten mit multipel-luxierten Gelenken und verlagerten Sehnen dauerhaft korrigieren können, ohne das fein-abgestimmte Spiel der inneren und äußeren Kräfte wieder herzustellen? – Und was ist die Tibialis-posterior-Dysfunktion anderes, als ein aus seinem Kräftegleichgewicht geratener Fuß? – Folgen wir Kleist, so muß sich der Marionettenspieler in das Innere, in den Schwerpunkt seiner Figur begeben, um mit relativ einfachen Maßnahmen komplexe, harmonische Bewegungsmuster zu erzeugen. – Wie sollte es in unserem Fach anders sein?

2. Die zweite Vision bezieht sich auf eine in unseren Breiten vielleicht neue Gattung von orthopädischen Fußchirurgen. Solche Kongresse wie dieser werden in der Regel von den Leitern universitärer oder großer klinischer Einrichtungen vorbereitet und ausgerichtet. So war es auch bei den früheren D.A.F.-Jahreskongressen. – Dieses Jahr nun trägt die Jahrestagung die Handschrift zweier eigenständig arbeitender Ärzte mit klinischer Anbindung. Und vielleicht ist auch das eine Organisationsform - ähnlich wie etwa in den USA - , die unserem Fachgebiet in besonderer Weise gerecht zu werden vermag. Uns schwebt vor das Bild eines breit ausgebildeten aber hochspezialisierten orthopädischen Fußchirurgen, der mit hoher Kompetenz persönlich Leistung erbringt, seine eigenen Ergebnisse über längere Zeiträume überblickt und nachuntersuchen kann, mit der „scientific community“ in engem Austausch steht und seine Erfahrungen z.B. in entsprechenden Kursen einbringt und ständig abgleicht. Es stellt sich die Frage, ob nicht auch dieser Arzttypus neben dem nur partiell am Fuß tätigen niedergelassenen Kollegen und neben den größeren klinischen Einheiten mit ihrer stetigen Fluktuation und ihren begrenzten Möglichkeiten der Ergebniskontrolle prädestiniert wäre, zum Träger der Weiterentwicklung der orthopädischen Fußchirurgie zu werden, so etwa auf neue Entwicklungen zu reagieren, wie wir sie gerade bei den kindlichen Fußdeformitäten zur Zeit beobachten.

3. Ja, und das Dritte, was ich ansprechen möchte, ist die harte Realität, die ich Ihnen mit EBM 2000, mit weiter ungelösten GOÄ-Fragen, mit Arztminuten, Mindestmengen und Honorarverteilungsmaßstab gar nicht näher ausführen muß. Wo bleibt hier die Vision? – Vielleicht hilft am ehesten wieder Kleist in der oben zitierten Novelle, wo er den Kampf eines Fechters mit einem aufrecht stehenden Bären beschreibt, der ernsthaft und unverrückt einfach dasteht, jeden echten Angriff des Fechters mit ökonomischer Bewegung blitzschnell pariert, jede Finte sofort durchschaut und auf jegliche Täuschung erst gar nicht eingeht.

Meine Damen und Herren, lassen wir uns die Freude und Faszination am menschlichen Fuß und seiner inneren Balance nicht nehmen und unsere Erkenntnisse stetig erweitern, lassen Sie uns in unserer Fachgesellschaft immer auch nach neuen Wegen und Organisationsformen suchen, wie wir dies tun können und lassen Sie uns im Übrigen etwa die Position des wehrhaften Kleistschen Bären beziehen und jedenfalls auch unsere eigene Balance nicht verlieren in diesen stürmischen Zeiten. Ich wünsche Ihnen einen rundum bereichernden Kongressverlauf.







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